tränenüberströmt -
in ihm ein O z e a n - voller Wasser - dunkelblau und tief, tosend - einzelne Worte tanzen auf den Wellen, finden nicht zueinander, ergeben keinen Sinn - was soll denn auch gesagt werden? und wozu? - wenn nichts zu sagen es wirklich gibt?
Worte können den Schmerz nicht nehmen. Nur die Zeit heilt Wunden und mehr als alles: die Weisheit des Universums.
Jetzt ist das Hündchen traurig und traurig darf es sein, hat es doch allen Grund dazu.
In diesem Moment ist der kleine Hund eben just Hündchen und das Hündchen will keine Erklärungen, keine Logik und vor allem möchte es nicht mehr gegen gepanzerte Herzen laufen.
Daher wird
sich das kleine Hündchen auch nicht zusammenreißen oder mit weisen
Sprüchen abspeisen lassen, denn das Herz des Hündchens ist nicht mit
Stahl ummantelt und kann sich nicht in
vorgegebenen Grenzen halten. Jede Welt darf sein. Und die Gefühlswelt
muss sich dem Geist und der Logik niemals unterordnen.
Das Hündchen ist erschöpft.
Es fragt sich: warum nur? Warum ist es ein Magnet für Casanova und/oder unfreie Herzen?
Am stürmischen Ufer des Meeres nun hält es inne und beobachtet den unendlichen Ozean. Das Meer ist i m m e r da, nie weg. Auf und ab die schweren Wogen: ein Rauschen der Unendlichkeit bis in alle Ewigkeit. Über dem Meer die Vögel: bald der eine, bald der andere ... halten sie inne auf den Wellen, für einen kurzen Moment ruhen sie sich aus von Ihrem Flug, ihren Strapazen, putzen sich das Federkleid, bevor es wieder auf die Reise geht ... sie haben noch so viel vor ...
Dem Hündchen wird klar: es ist wie das Meer. Aus welchen Gründen auch immer. Es kann es sich selbst nicht erklären. Und doch hat es noch nicht die selbe Kraft des Meeres, ist es doch noch ein gar kleines Hündchen weder groß und stark noch alt und weise.
Es sehnt sich doch selbst so sehr danach, auch einmal sein kleines Köpfchen anzulehnen, ein wenig auszuruhen von all dem Trubel des bunten Vogelzugs.
Aber die Zeit vergeht ... ein Kommen und Gehen, ein Trubel, Lebensgeschichten ... nur der Hund und das Meer: die beiden sind immer da. das Meer trägt den kleinen Hund, sodass er nicht untergeht, kann er doch kaum schwimmen, nur lustig mit den Pfoten paddeln ... und im Herzen des kleinen Hündchens, auch in dessen Geist und Seele: das Meer: tief verwurzelt.
Der kleine Hund kann schon lange nicht mehr denken. Zu viel hat es sich schon den Kopf zerdacht und gebracht hat es nichts. Denken erschöpft und Gedanken machen eh was sie wollen. Von daher wird er sich an ihnen fortan nicht mehr festhalten, ihnen nicht so viel Aufmerksamkeit schenken und vor allem, ihnen nicht gehorchen. Verlassen wird er sich von nun an nur noch auf sein H e r z. Denn das H e r z erzählt von ganz alleine, es wird ihn führen. Und so lauscht er dem inneren Ozean und beobachtet das Treiben der Vögel. Und erkennt: Das Meer hält die Vögel nicht fest. Die bunten Vögel kommen und fliegen wieder davon. Manchmal erfreut sich das Meer an ihrem Besuch, spielt mit ihnen, ein anderes Mal lässt es die Vögel lauschen und erzählt ihnen Geschichten, die nichts mit Logik oder Worten zu tun haben.
So ist das. Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter, die Erde dreht sich. Aber vielleicht bringt ein neuer Tag dem kleinen Hund schon bald einen Spielgefährten, der auch noch am nächsten Morgen und den darauf an seiner Seite ist (und nicht wie die bunten Vögel fortgezogen), an dessen Fell er sich bedenkenlos ankuscheln kann wenn ihm danach ist, sein kleines Herz danach verlangt oder weil es eben einfach so schön und eine innere Sehnsucht und Freude ist.
Bis dahin wird es keine Gedanken an irgendeine Zukunft geben können und vielleicht ist es für manches dann zu spät. Aber das Meer fängt die Tränen des kleinen Hundes auf, alle Tränen, immer.