Dienstag, 24. Dezember 2013

der kleine Hund und das Meer


   tränenüberströmt -

in ihm ein   O z e a n  - voller Wasser - dunkelblau und tief, tosend - einzelne Worte tanzen auf den Wellen, finden nicht zueinander, ergeben keinen Sinn - was soll denn auch gesagt werden? und wozu? - wenn nichts zu sagen es wirklich gibt?
Worte können den Schmerz nicht nehmen. Nur die Zeit heilt Wunden und mehr als alles: die Weisheit des Universums.


   Jetzt ist das Hündchen traurig und traurig darf es sein, hat es doch allen Grund dazu.

In diesem Moment ist der kleine Hund eben just Hündchen und das Hündchen will keine Erklärungen, keine Logik und vor allem möchte es nicht mehr gegen gepanzerte Herzen laufen.
Daher wird sich das kleine Hündchen auch nicht zusammenreißen oder mit weisen Sprüchen abspeisen lassen, denn das Herz des Hündchens ist nicht mit Stahl ummantelt und kann sich nicht in vorgegebenen Grenzen halten. Jede Welt darf sein. Und die Gefühlswelt muss sich dem Geist und der Logik niemals unterordnen.


   Das Hündchen ist erschöpft.

Es fragt sich: warum nur? Warum ist es ein Magnet für Casanova und/oder unfreie Herzen?

Am stürmischen Ufer des Meeres nun hält es inne und beobachtet den unendlichen Ozean. Das Meer ist   i m m e r   da, nie weg. Auf und ab die schweren Wogen: ein Rauschen der Unendlichkeit bis in alle Ewigkeit. Über dem Meer die Vögel: bald der eine, bald der andere ... halten sie inne auf den Wellen,  für einen kurzen Moment ruhen sie sich aus von Ihrem Flug, ihren Strapazen, putzen sich das Federkleid, bevor es wieder auf die Reise geht ... sie haben noch so viel vor ...

Dem Hündchen wird klar: es ist wie das Meer. Aus welchen Gründen auch immer. Es kann es sich selbst nicht erklären. Und doch hat es noch nicht die selbe Kraft des Meeres, ist es doch noch ein gar kleines Hündchen weder groß und stark noch alt und weise.
Es sehnt sich doch selbst so sehr danach, auch einmal sein kleines Köpfchen anzulehnen, ein wenig auszuruhen von all dem Trubel des bunten Vogelzugs.
Aber die Zeit vergeht ... ein Kommen und Gehen, ein Trubel, Lebensgeschichten ... nur der Hund und das Meer: die beiden sind immer da. das Meer trägt den kleinen Hund, sodass er nicht untergeht, kann er doch kaum schwimmen, nur lustig mit den Pfoten paddeln ... und im Herzen des kleinen Hündchens, auch in dessen Geist und Seele: das Meer: tief verwurzelt.


   Der kleine Hund kann schon lange nicht mehr denken. Zu viel hat es sich schon den Kopf zerdacht und gebracht hat es nichts. Denken erschöpft und Gedanken machen eh was sie wollen. Von daher wird er sich an ihnen fortan nicht mehr festhalten, ihnen nicht so viel Aufmerksamkeit schenken und vor allem, ihnen nicht gehorchen. Verlassen wird er sich von nun an nur noch auf sein   H e r z.  Denn das   H e r z   erzählt von ganz alleine, es wird ihn führen. Und so lauscht er dem inneren Ozean und beobachtet das Treiben der Vögel. Und erkennt: Das Meer hält die Vögel nicht fest. Die bunten Vögel kommen und fliegen wieder davon. Manchmal erfreut sich das Meer an ihrem Besuch, spielt mit ihnen, ein anderes Mal lässt es die Vögel lauschen und erzählt ihnen Geschichten, die nichts mit Logik oder Worten zu tun haben.



   So ist das. Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter, die Erde dreht sich. Aber vielleicht bringt ein neuer Tag dem kleinen Hund schon bald einen Spielgefährten, der auch noch am nächsten Morgen und den darauf an seiner Seite ist (und nicht wie die bunten Vögel fortgezogen), an dessen Fell er sich bedenkenlos ankuscheln kann wenn ihm danach ist, sein kleines Herz danach verlangt oder weil es eben einfach so schön und eine innere Sehnsucht und Freude ist.


Bis dahin wird es keine Gedanken an irgendeine Zukunft geben können und vielleicht ist es für manches dann zu spät. Aber das Meer fängt die Tränen des kleinen Hundes auf, alle Tränen, immer.

Freitag, 1. Februar 2013

Wintervariante

es schneit. schon seit Tagen. selbst die Stadt ist schneeweiß – nicht grau. wie sonst im Winter .
 ein Wochenende. sie treffen sich – vielleicht zum ersten oder zweiten Mal – schon ganz früh. haben einen Ausflug geplant – raus aus der Stadt. rodeln – übers WE – er kennt da so'ne Hütte – von den Eltern irgend eines Kumpels, die die Hütte aber nie im Winter nutzen.  sie sind eingepackt wie Eskimos. rodeln wie Kinder, bauen Schneemänner, lachen, bewerfen sich, kämpfen zum Spaß miteinander im Schnee. dabei kommen sie sich manchmal schon ganz schön nah – und spüren Hitze - zwischen den Wangen, der Nase, den Lippen, dem Körper - so nah beieinander – trotz der eisigen KälteStunden später frieren sie doch – sind ganz durchgeweicht. Doch hat ein Nachbar in der Umgebung netter weise die Hütte vorgeheizt. überall schön warm – auch der Badeofen ist vorsorglich angeheiztAlles so nass und kalt... sie ziehen sich - jeder für sich - die Klamotten aus. er hüpft, nur noch ein Bein so halb in der Hose ins Bad. dreht den Hahn auf … lässt Wasser in die Wanne … hüpft zurück - während sie gerade dabei ist, sich die vorletzte Schicht vom Körper zu schälen. in Hemdchen und Slip steht sie nun da - hält inne. er schon bis auf die Unterhosen ausgekleidet.  Ein kurzer Moment – nicht der Beklemmung, sondern eher des nicht Wissens, was nun. eine kurze Sekunde der Atemlosigkeit - ergreift er die Initiative ... steht vor ihr – ganz nah - aber ohne sie zu berühren.  wieder diese Hitze – oh man ... schaut er ihr in die Augen – intensiv und dann zögert er nicht eine Sekunde länger ... streift ihr ganz rasch das Hemdchen herunter –  auch den Slip. packt sie – sie hat nicht einmal Zeit für ein „Huch“ oder ein „Ah“ oder „Hey, was machst Du!?“ - trägt sie mit Löwenkraft direkt ins Bad und in die Wanne. da sitzt sie im glasklaren Wasser – kein Schaum darin. er hatte das Licht gedimmt – eine Kerze auch angezündet. hockt er vor ihr. er selbst nicht in der Wanne –  fängt an, sie zu baden. erst den Rücken begießt er – schaufelnd mit seinen Händen – mit Wasser ... bald die Arme und dann – da wird er langsamer in seinem Tun und lässt sich ausgiebig Zeit – Ihre Brüste. und sie: schaudert. ein tiefer Atemzug - doch dann kann er nicht länger an sich halten ... küsst sie ... langsam und fest und tief.  das macht sie wild. sie küsst zurück mit all Ihrer Leidenschaft - hält seinen Kopf dabei – zieht diesen immer mehr zu sich ... schon ist auch er in der Wanne und das Spiel beginnt. ein wildes übereinander Herfallen, sich abwechselnd mit zärtlichen, sich Zeit nehmenden Streicheleinheiten und Körpererforschungen – bald wieder ein forderndes Lecken, Ziehen auch Beißen - und dann steht die Zeit still. die Sicht verschwimmt. ein einziger Rausch und er ist – so nah, wie er näher nicht sein könnte - in ihr ... fängt an sich zu bewegen, erst langsam, dann schneller ... sie verliert die Beherrschung ... so geht es dann eine kleine Ewigkeit in der Wanne ... bald auf dem Bett ...  später öffnen sie den Wein. trinken ... sind so glücklich. plaudern über Dinge. Dinge, die sie denken, die Welt, das Leben, Ansichten, alles ... sie stoßen an, fühlen sich so nah ... einfach nur wundersam schön - so echt und alles, was zählt, ist nur dieser eine Moment – und den leben sie. kein Denken an gestern, keines an Morgen. das nächste Mal nimmt er sie auf dem Küchentisch ... später liebkosen sie sich auf dem warmen Teppichboden – draußen die Sterne, die Nacht, die Stille, das Rauschen des Windes durch die Bäume. eine halbe Ewigkeit später erschöpft - doch Trunken vor Glück - halten sie einander. hören die Musik, die er ausgewählt hat. die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit schon lange verschwommen. schweben sie? fliegen sie? ... dieses körperlose Gefühl – wow – Leichtigkeit und Schwere – der Unterschied zwischen den Gegensätzen nicht mehr spürbar – alles vermischt sich. und dann ... ein tiefer,glücklicher, erholsam verjüngender, langer langer schöner Schlaf...